Samstag, 17. August 2019

Hallo und Hinweis

Hallo an alle Neugierigen, die hierher gefunden haben.

Ihr könnt hier eine Menge über unsere Namibia-Rundreise im Juli/August 2019 erfahren. Hinweis an alle Blog-Unerfahrenen: Die einzelnen Nachrichten werden hier automatisch chronologisch abgelegt - die Neuesten also ganz oben direkt unter diesem Beitrag.
Wer sich über den Urlaub insgesamt informieren möchte, sollte daher am Besten rechts im Blog-Archiv* mit der ersten Nachricht im Juni 2018 einsteigen (da beginnen die Infos zur Planung, Route, Reservierungen etc.) und sich dann schrittweise auf den Juli 2019 zubewegen. 
Wer sich ausschließlich für den eigentlichen Reisebericht interessiert, kann mit dem Posting vom Tag des Hinflugs anfangen.
Im Urlaub gibt es dann zu jedem einzelnen Tag einen kleinen Bericht, den wir vor Ort abgesetzt haben.

Wir sind keine Ersttäter, 2017 waren wir schon einmal auf Rundreise durch Namibia und haben uns mit dem Afrika-Virus angesteckt. Auch dazu gibt es einen Blog "Unterwegs in Namibia 2017", der inzwischen abgeschlossen ist und nun hier seinen Nachfolger bekommen hat. Als Hintergrundbild haben wir hier übrigens den Abendhimmel über Klein Aus Vista am Rand der Namibwüste genutzt. Die Farben sind echt! Habt Ihr Interesse an mehr Fotos, gibt es diese hier in der 2019er-Galerie und etwas nostalgisch auch die 2017er-Galerie zum Durchklicken. Viel Spaß beim Anschauen und Achtung: Der Afrika-Virus ist hochansteckend!

* In der Ansicht auf dem Smartphone gibt's natürlich kein Archiv 'rechts'. Dann bitte nach gaaaanz unten scrollen.

Freitag, 16. August 2019

Fazit Namibia-Urlaub 2019

Zum Abschluss noch einmal ein (kurzes?) Fazit der gut drei Wochen in Namibia.
Elisabeth hatte es schon beim ersten Namibia-Urlaub vor zwei Jahren toll auf den Punkt gebracht. Auf die Frage, wie denn die drei Wochen waren, hat sie geantwortet: "Da muss ich drei Wochen lang erzählen." Ich bin überzeugt, dass wir alle Vier die Köpfe voller Bilder und Eindrücke haben, die viele, viele Jahre lang halten werden.

LANDSCHAFT und TIERE
einmalig, unbeschreiblich, Gänsehaut bei jedem Drandenken und der Grund, warum wir vom Afrika-Virus angesteckt wurden und nach zwei Jahren schon wieder dorthin gefahren sind
Ein paar (unvollständige) Eindrücke liefern hoffentlich die Tagesberichte hier im Blog.

PLANUNG
Grundsätzlich: Es waren nicht nur phantastische drei Wochen, es hat ausnahmslos ALLES so gut oder besser geklappt als geplant. Wir hatten lernen müssen, überhaupt so viel vorher zu planen und uns z.B. um Flug, Auto und Unterkünfte fast ein Jahr im Voraus zu kümmern. Bei der Kombination aus Ziel (Namibia boomt - wenn auch von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau), Zeit (Ferien in Deutschland UND Südafrika) und gewählter Urlaubsart (Selbstfahrer, keine Zeltplätze, Wunschunterkünfte) ist das aber wohl kaum anders möglich.
Das Namibia-Forum war wieder eine ungewöhnlich gute und aktuelle Informationsquelle mit sehr freundlichen Forumsmitgliedern. In Kombination mit ein paar weiteren Informationsquellen (z.B. den eigenen Erfahrungen und dem Iwanowski-Reiseführer) war eine detaillierte und realistische Planung der Strecke und Auswahl der Unterkünfte und Ziele möglich. Es hat sich erwiesen, dass die klassische Drei-Wochen-Runde im Uhrzeigersinn für uns so gut war, dass wir sie beim zweiten Mal nur etwas variiert haben. Mehr dazu in den jeweiligen Beiträgen zur Planung der Route. Leider hat uns Air Namibia den letzten Tag mit der Mount Etjo Lodge zum 'Füßehochlegen' gründlich verhagelt.

Beim konkreten Buchen der selbst ausgewählten Unterkünfte haben wir die Agentur Magic Vibes aus Windhoek eingeschaltet. Insgesamt waren es 14 Unterkünfte, die wir in der Regel entsprechend unserer Wünsche ausgesucht und bekommen haben, nur zwei Mal war eine (gleichwertige) Alternative nötig.

REISEZEIT, TEMPERATUREN, WETTER
Für uns waren die deutschen Sommerferien alternativlos. Zu Beginn hatten auch die Südafrikaner (als größte Touristengruppe in Namibia) Urlaub. Dadurch gab es leider Hochsaison-Preise, aber nie das Gefühl, es sei 'voll'. Wenn wir 40 Fahrzeuge in Solitaire oder Okaukuejo als 'rummelig' empfanden, lag das daran, dass wir an den übrigen Tagen teilweise nur extrem wenige Autos zu sehen bekamen.
Das Wetter ist im Juli / August absolut ideal, in Namibia ist Winter (!), d.h. es hat tagsüber zwischen 20 und 28 Grad und ist absolut niederschlags- und sogar wolkenfrei. (Ausnahme die tollen drei Stunden Nebel bei Namib's Valley), nachts kühlte es sich auf teilweise empfindliche 2 bis 14 Grad ab.
Unbedingt beachten muss man die kurzen Tage mit Sonnenaufgang um etwa 6:30 Uhr und Sonnenuntergang um ca. 17:30 Uhr !
Pech oder Glück haben kann man, je nachdem, ob es in der Regenzeit des entsprechenden Reisejahres genug oder zu wenig Regen gab, denn das beeinflusst, ob und wie viele (vertrocknetes) Gras Teile der Landschaft bestimmt. Saftig grüne Wiesen darf man jedenfalls zur Reisezeit Juli/August nicht erwarten. Wir hatten 2019 ein sehr deutlich trockeneres Namibia vor uns als 2017.

FLUG
Air Namibia mit dem täglichen Flug war für uns die erste Wahl - Direktflug ohne Zwischenstopp, Nachtflug ohne Verlust von Urlaubszeit, vergleichsweise günstig, Entertainment-System Note 2, Essen Note 3+, Platzverhältnisse Note 3, Gepäckbestimmungen je ein Stück à 21 kg mit freundlicher Toleranz Note 2. Dei namibische Auffassung einer effizienten Verwaltung konnten wir beim Rückflug live erleben. Wir haben letztlich einen Urlaubstag verloren aber für uns hat sonst alles relativ gut geklappt. Die Informationspolitik war sehr schwach, ob wir evtl. noch an Entschädigung kommen, werden wir sehen.

AUTO
Der Toyota Hilux von Safari Car Rental war das ideale Urlaubsfahrzeug für 4 Personen (für 2 hätte der ebenfalls weit verbreitete Toyota Fortuner gereicht). Der Hilux ist DAS Standardfahrzeug vieler Autovermieter. Die Autovermietung Safari Car Rental wirkt sehr gut organisiert (Flughafenshuttle, Formalia, Autoeinweisung und -übergabe, Autorückgabe).Wir hatten einen Wagen mit knapp 30.000 Kilometern auf der Uhr. Die Ausstattung ist sehr gut und vollständig. Der zusätzlich gemietete Kühlschrank war schon mit den eingefroreren und vakuumierten Fleischvorräten von der Klein Windhuk Schlachterei gefüllt.

 Die großen Stollen-Reifen (265/70 R17) haben ein sicheres Gefühl vermittelt (nicht alle Urlauber-Hilux hatten solche). Dass wir diesmal eine Reifenwechsel vornehmen mussten, lag nicht an 'natürlichen' Ursachen (Steine / Dornen etc.), sondern daran, dass wir uns eine Schraube in den Mantel gefahren hatten. Erfreulich war, dass der Ersatzreifen die gleiche Marke und Qualität hatte, wie die vier aufgezogenen Pneus. Bei der Autoabgabe mussten wir etwas 'feilschen', dass wir nur die Kosten von 250 N$ für die Entfernung der Schraube und nicht den kompletten Rest-Selbstbehalt von ca. 1.500 N$ zu zahlen hatten.
Die hohe Sitzposition im Hilux-Geländewagen  ist ideal für die Tierbeobachtung gerade auf den Sandpisten mit einem aufgehäuften Straßenrand wie im KTP oder im Etosha und und mit ständig eingeschaltetem Allradantrieb fühlte man sich auf den Schotterpisten meist zwischen 60 und 80 km/h recht wohl. Die Ladefläche ist trotz Ersatzreifen riesig, der gigantische Doppeltank (140 Liter, Reichweite damit weit über 1.400 Kilometer) beruhigt. Das Tanken klappte recht zügig in beide Tanks auch ohne großes Autoschaukeln, wie anscheinend bei den älteren Modellen nötig.

Das Linksfahren, insbesondere das Linksschalten, hat man nach wenigen Minuten raus. Außer in Windhoek selbst war der Verkehr seeehr entspannt bis nicht vorhanden. Auf die Straßenverhältnisse mit etwa 80 % Gravel oder Sand waren wir vorbereitet, am Ende des Urlaubs haben wir den Asphalt regelrecht gemieden. WENN man mal unbeabsichtigt in eine üble Querrille geraten ist, federt der Riesen-SUV diese recht ordentlich weg, das Gerüttel bei sog. Wellblechpassagen ist lästig, aber ein unvermeidbarer Bestandteil der Namibia-Erinnerung.

Das ohne Mehrkosten mitgelieferte Navi (ein Garmin-Nüvi) hatte eine neue Tracks4Africa Karte aufgespielt und war kaum nötig, wenn man die entsprechende Papierkarte dabei hat. Es hat uns diesmal durch einige kuriose Ansagen (auf deutsch vorgelesen "rechtsab fahren in unpaved gravel twospoor" oder "unpaved gravel 4wd required") und Einstellungen (u.a. war 'Pisten vermeiden' aktiviert, was teilweise Vorschläge von 250 km Umweg provoziert hätte) amüsiert. Wir haben nicht darauf gehört und sind  trotzdem oder deswegen perfekt klargekommen. Es gibt einfach zu wenig Abzweigungen und die Ausschilderung ist zu gut, als dass man viel falsch machen könnte. Genutzt haben wir das Navi wieder als 'Countdown' bis zur nächsten Abzweigung ("noch 65 Kilometer, dann rechts") und am Ende, um die gefahrene Route auf den Laptop auszulesen (es waren am Ende genau 5.631 km).

UNTERKÜNFTE
Unsere Mischung der insgesamt 14 Unterkünfte war absolut gelungen. Es war keine echter Ausfall dabei, aber mehrere absolute Highlights. Wir haben uns allerdings teilweise auch im oberen Preissegment bewegt.
Um nicht die einzelnen Tagesberichte zu doppeln, hier nur noch ein paar Stichworte:

Voigtland Guestfarm 
super günstige Lage zum Flughafen, liebevoll eingerichtet, tolles Frühstück, das Giraffenfüttern ist einerseits ein Erlebnis, vermittelt andererseits aber leider ein bisschen Zoo-Feeling, insgesamt eine
1A-Empfehlung für den ersten oder letzten Tag

Teufelskrallen Tented Lodge, Kalahari
phantastische Lage der tollen Bungalows, völlige Einsamkeit, die entschleunigt, gutes Essen und nette Bedienung im Haupthaus, eine weitere absolute Empfehlung

KTP Kalahari Tented Camp
unsere erste Erfahrung mit einem Selfcatering Wilderness Camp im KTP, die Family Bungalows mit direktem Blick auf das Trockenflusstal und das Küchen-Grill-Extrahäuschen toll

KTP Nossob Camp
auch hier hatten wir einen Family Bungalow, außen zu betonlastig, innen toll, fast schon zu luxuriös für eine Nationalparkunterkunft

KTP Urikaruus Wilderness Camp
unser absoluter Top-Tip, die aufgeständerten 5 mit Holzwegen verbundenen Häuschen sind ein Traum

(Alle drei KTP-Unterkünfte hatten gut nutzbare Grills, das vorbestellte Fleisch von der Klein Windhuk Schlachterei war absolut ausgezeichnet und sogar besser als in manchen Unterkünften.)

Kalahari Game Lodge
tolle Lodge mit großem eigenen Gelände, die Bungalows, die Lodge mit Restaurant, alles hervorragend, die lange Löwen-Fahrt ein absoluter Traum: kein Zoofeeling, 'wilde' Tiere, die NICHT gefüttert werden, an die man aber trotzdem erstaunlich nah rankommt

Klein-Aus Vista - Eagle's Nest
absolutes Highlight, unvergleichliche Lage, wir hatten die zusammengehörenden Bungalows Boulder North und Boulder Süd, unbedingt einmal Grill-Paket als Alternative zum Diner im Haupthaus wählen, sein Geld wert

Namtib Desert Lodge
tolle, familiäre, persönliche Atmosphäre, wollten wir unbedingt wieder hin, durch gemeinsames Essen unterhaltsam und informativ, auch hier super Lage, relativ preisgünstig

Namib's Valley of a Thousand Hills Lodge
super Lage, wieder tolle Häuschen und Lodge, bei gutem Wetter ein sensationeller Blick, und bei dem sehr seltenen Nebel nicht weniger sehenswert und fast surreal

Spitzkoppen Lodge
unvergleichliche Lage, tolle Bungalows, exzellentes Essen, viele Dassies, ideal nah an der Spitzkoppe gelegen, leider extrem teuer

Hobatere Lodge
sehr schöne Lodge, gutes Essen, schöne Bungalows, leider ein sehr zeitaufwendiger, wenn auch sehenswerter Anfahrtsweg vom Gate zur Lodge, den man 2x täglich fährt, wenn man in den Etosha will
(hier würden wir bei einem nächsten Mal versuchen, eine Unterkunft im Dolomite Camp im Park zu bekommen)

Etosha Safari Camp
der kleine Bruder der gleichnamigen Nachbarlodge, vergleichsweise groß, neu renovierte Familienbungalows mit Zebra (2017) oder Steinbock (2019) im Garten, interessante Atmosphäre zwischen Lodgebuffet und Biergarten mit Musik zum Abendessen, eine tolle Abwechslung zur Einsamkeit der Lodges

Mushara Outpost Lodge
ein weiteres absolutes Highlight, das Abendessen draußen, die Lodge, die Tented Bungalows, Luxus pur ohne zu vornehm zu wirken

Mount Etjo Lodge
starke Empfehlung für ruhige Abschlusstage, tolle Ausstattung, Parkanlage, seehr gelungener Lapa fürs Diner mit 1A-Grill

Ondekaremba Lodge
praktisch, relativ günstig, nah am Flughafen, einfache Selfcatering-Unterkunft für 4 Personen, Nutzung des Lodge-Restaurants möglich, mehr wollten wir nicht

Dienstag, 13. August 2019

24. Tag (13.08.2019) Rückflug

Wie vereinbart sammelt uns morgens um 5 ein kleiner Shuttle-Bus am Bungalow ein und rumpelt uns erst übers Lodgegelände und dann die 7 km zum Flughafen. Dort reihen wir uns in eine der drei Frankfurt-Schlagen ein und lassen dann das Einchecken und die Kofferabgabe in namibischer Gelassenheit über uns ergehen. (Man HÄTTE sich ja auch darüber aufregen können, dass eine Schlange für 30 Minuten von einer Familie geblockt wird, bei der irgendetwas mit den Papieren nicht zu stimmen scheint oder dass die drei Schlangen letztlich von EINER sehr akribischen und sehr langsam arbeitenden Air-Namibia-Dame abgefertigt werden, oder oder ...)

Als wir um 7:15 Uhr dann die Maschine aus Frankfurt landen sahen, war klar, dass ein Abflug um 8 nicht mehr zu realisieren ist. Letztlich sind wir dann um 8:30 in die Maschine gelassen worden, haben dann noch eine Stunde auf dem Flugfeld herumgestanden und sind um 9:45 Uhr gestartet. Es funktionierten wieder nur zwei unserer vier Bildschirme, aber auch das waren wir ja schon gewöhnt.

Der Pilot machte eine guten Job und holte ordentlich Zeit herein, so dass wir nur 45 nach Plan in Frankfurt landeten.

Rückflug Windhoek - Frankfurt
geplant:        Air Namibia SW 286, 21:35 Uhr - 07:55 Uhr
verschoben: Air Namibia SW 283, 08:00 Uhr - 18:30 Uhr
tatsächlich:  Air Namibia SW 283,  09:45 Uhr - 19:15 Uhr

23. Tag (12.08.2019) Ondekaremba Lodge

Rückfahrt nach Windhoek 

Auch wenn die naheliegende 'Autobahn' B1 mit erneuertem Asphalt eine schnellere Fahrt verspricht, wählen wir noch so lange wie möglich die Gravel-Alternative westlich der B1. Wir durchqueren dabei das über 70.000 Hektar große private Wildschutzreservat Erindi, das von der offiziellen Straße D 2414 durchquert wird. Die Entscheidung war genau richtig. Die Strecke brachte noch einmal ein letztes authentisches Namibia-Fahrgefühl. Und als Zugabe waren noch einmal eine größere Anzahl verschiedener Tiere zu sehen: Giraffen, Zebras, Strauße, Kudu, Springbocks, Impala, Warzenschweine, Paviane, Perlhühner.

Ab Okahandja wechselten wird dann auf die erst als große Landstraße (B) und dann sogar als Autobahn (A) ausgebaute Strecke nach Windhoek. Bisher sind das übrigens die einzigen Kilometer Autobahn im ganzen Land. Aber die Strecke ist immerhin Teil des Tripolis-Kapstadt-Highways durch ganz Afrika und erstaunlich dicht befahren. Erstmals überhaupt, dass wir in den drei Woche Verkehr erlebten, den man auch so nennen kann.

Dann heißt es noch Auftanken und das Auto waschen lassen. Für 150 Dollar (10 Euro) gibt es eine komplette Außen- und Innenreinigung. Das Ganze dauert dafür auch über 1 1/4 Stunden. Bei unserer Vermietung ist eine Wäsche derzeit nicht möglich, weil dort keine Wasser zur Verfügung steht. Die Zeit nutzen wir, um im benachbarten Joe's Beerhouse einzukehren.

Joe's Beerhouse  ist eine Institution für alle Namibia-Touristen. Am ersten oder letzten Tag muss man hier einfach einmal Essen gehen.
Auch Joe's Beerhouse wurde natürlich von einem Deutschen gegründet und besteht aus einer urigen völlig verwinkelten Ansammlung von Räumen, Freiflächen, Bart-Teken, Bierbänken, Esstischen, Feuerstellen, etc. etc. Das Ganze dann völlig überfüllt mit Sammlungen an Jägermeisterflaschen, Straßenschildern, ausgestopften Tieren, alten Kassen und Singer-Nähmaschinen, vergilbten Fotos, Antiquitäten usw. Das muss man einfach mal gesehen haben.

Danach ging es dann für uns mit dem super gereinigten Auto zurück zu unserer Autovermietung Safari Car Rental. Ein kurzer Disput und wir müssen für den platten Reifen nicht den Selbstbehalt von 1.500 N$ (100 Euro), sondern nur die Reparaturkosten von 250 N$ zahlen.

Danach bringt uns Henry, der Fahrer, den wir schon 2017 kennengelernt hatten, zur Ondekaremba Lodge. Diese verfügt neben der eigentlichen Lodge noch über vier günstige Selbstversorger-Bungalows für je vier Personen. Wir sind natürlich keine Selbstversorger, können aber recht günstig zur fünf Minuten entfernt liegenden Lodge laufen und dort am Abendessen teilnehmen.
 Insgesamt keine High-Class-Unterkunft, aber genau das richtige für die letzte (oder erste) Nacht direkt beim nur 7 Kilometer entfernten Flughafen.

Abgebildet ist die letzt Strecke mit dem Mietwagen (also nicht die 15 km zur Flughafen-Lodge Ondekaremba), somit insgesamt 256 km mit einer Netto-Fahrzeit von 3:59 h:

Mit der Rückgabe des Autos haben wir noch einmal das Navigationsgerät ausgelesen, daher auch die exakten Streckenangaben bei den jeweiligen Etappen.

Wir sind insgesamt in 22 Tagen eine Strecke von 5.631,5 km gefahren.




Sonntag, 11. August 2019

22. Tag (11.08.2019) Mount Etjo Lodge

ACHTUNG: Viele Fotos bei Tag 18 bis 21 dazugekommen!!

Wir wissen zwar noch nicht, wo wir die letzte Nacht verbringen werden, aber heute steht die Fahrt zu unserer vorletzten Unterkunft des Urlaubs an. Und: Ja, es kommt schon fast Wehmut auf. Jetzt aber erst mal auf nach Süden zur Mount Etjo Safari Lodge, die wir auch schon aus 2017 kennen. Es sind insgesamt 400 Kilometer zurückzulegen, davon aber einen erheblichen Anteil auf Asphalt, so dass wir gut vorankommen und schon um 13:00 Uhr einchecken können. Die Rezeption weiss schon Bescheid, dass wir nur eine Nacht bleiben. Der Faulenzer-Abschluss-Tag fällt weg. Für uns heißt das, diesen Nachmittag hier wenigstens noch in vollen Zügen zu genießen. 

Mount Etjo Safari Lodge
Die Mount Etjo Safari Lodge befindet sich im Herzen des 36.000 Hektar großen Okonjati Wildreservats befindet, einem der ersten Privatreservate in Namibia. Benannt ist sie nach dem Mount Etjo, einem ca. 2.000 Meter hohen Tafelberg, der 500 Meter über die Ebene hinausragt. Als Unterkunft für die letzten beiden Tage unserer Reise erwarten wir hier noch einmal einen abschließenden Höhepunkt unserer sowieso mit Highlights gespickten Reise.
Die Erwartung: Eine Mischung aus hoffentlich noch einmal vielen Tiersichtungen und einem etwas ruhigeren Ausklang der drei Wochen Afrika!







Etwas Geschichte
Die Mount Etjo-Lodge ist heute eine 'normale' Touristen-Unterkunft, war aber für einige Tage Mittelpunkt der namibischen, bzw. der gesamten südafrikanischen Geschichte. Bereits seit 1966 gab es in Namibia immer wieder Anschläge und bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung SWAPO und der vom Völkerbund eingesetzten südafrikanischen Mandatsmacht. Die SWAPO wurde dabei mehr oder weniger offen unterstützt von Truppen des Nachbarn Angola und aus Kuba sowie der Sowjetunion.

Südafrika änderte erst 1988 seine politische Haltung und ließ sich auf Verhandlungen im Rahmen einer UN-Kommission ein, welche am 8. und 9. April 1989 auf Mount Etjo zusammentraf. Hier führten Delegierte aus Angola, Kuba, Südafrika, den USA und der Sowjetunion ungestört Friedensgespräche. Die Parteien einigten sich auf das sogenannte "Mount Etjo Abkommen", in dessen Umsetzung im November 1989 freie Wahlen stattfanden. Die südafrikanischen Streitkräfte zogen ab, die SWAPO unter Präsident Sam Nujoma gewann die Wahlen und Namibia wurde am 21. März 1990 formal unabhängig. Die Mount Etjo-Lodge war somit Gastgeber der Geburtsstunde Namibias.

Heute sind wir von der Mushara Lodge zur Mount Etjo - viel über Asphalt - gefahren (375 km, Netto-Fahrzeit 4:15 h):



Samstag, 10. August 2019

21. Tag (10.08.2019) Mushara Lodge Outpost (Etosha East)

Ein weitere Übernachtung im Mushara Outpost heißt auch noch ein weiterer  - unser letzter - Tag im Etosha Nationalpark. Heute erkunden wir den östlichen Teil des Nationalparks genauer.

Um 8 Uhr ging es los, um 18 Uhr waren wir wieder zurück: Zu vermelden sind ein eher schwacher Vormittag und ein starker Nachmittag. Frischmachen in der Aussendusche (Zwei Vögel schauen von oben zu) und jetzt geht es zum Abendessen.

Eule


Streifenmanguste(n)









Gestern Abend beim Essen berichtete eine andere Gästin, dass Air Namibia anscheinend mal wieder irgendwelche Probleme mit einer ihren beiden Langstreckenmaschinen hat und darum der Rückflug wieder einmal mit der gleichen Maschine wie der Tagflug durchgeführt wird: Frankfurt - Windhoek nachts und Windhoek - Frankfurt tagsüber. 

Der Versuch, unsere Online-Buchung auf dem Handy noch einmal einzusehen und zu bestätigen, funktionierte nicht. Der Versuch von meinem Bruder vom deutschen PC brachte ebenfalls kein Ergebnis. Uns schwante Übles. Und tatsächlich: Mittags kam eine Mail von Air Namibia. Unsere Maschine ist von 21:35 auf 8:00 Uhr vorverlegt worden. Mist! Das heißt, wir können den zweiten Tag in unserer letzten Lodge am Mount Etjo streichen, da wir von dort nicht mehr rechtzeitig nach Windhoek fahren, vor dem Flug unser Auto abgeben und den Flughafen erreichen können. Dafür brauchen wir eine neue Unterkunft näher am Flughafen. Nach einer kurzen SMS bekommen wir von Ute und Volker die Rückmeldung: Sie suchen uns etwas Passendes mit Shuttle-Service zum Airport. 
Kurz darauf kam als Vorschlag die Ondekaremba Lodge nur 7 km vor dem Airport. Einverstanden! Gebucht!

Der heutige Selbstfahr-Gamedrive durch den Park umfasste 318 km und 6:33 h.




Freitag, 9. August 2019

20. Tag (09.08.2019) Mushara Lodge Outpost (Etosha East)


Heute haben wir einen weiteren kompletten Etosha-Tag vor uns. Allerdings heißt es morgens packen, da wir heute in den Ostteil des Parks umziehen werden. Genauer gesagt liegt unsere Unterkunft  einige Kilometer östlich außerhalb des Von-Lindquist-Gates, immerhin fast 200 Kilometer entfernt. Da wir aber den kompletten Weg durch den Park fahren, ist der Umzug gleichzeitig ein Ganztages-Game-Drive.

Die beiden größeren Nationalpark-Camps Halali und Namutomi liegen diesmal für uns nur am Wegesrand und dienen höchstens als Pausepunkte.

Die vielen Wasserlöcher unterwegs bieten aber wieder eine geballte Sammlung an Tieren aller Art.

ein sehr selten zu sehender Honeybadger (Honigdachs)
















Nachdem wir den Etosha-Park durch das Ost-Tor verlassen haben, kommt nach wenigen Kilometern auf der rechten Seite unser heutiges Ziel. Mit der Mushara Lodge, genauer in der Mushara Outpost Lodge, lernen wir wieder eine neue tolle Unterkunft kennen. Der 'Mushara Collection' gehört das riesige Farmgelände südlich der Ausfallstraße C38 aus dem Nationalpark - also gegenüber des Onguma-Geländes, in dem wir vor zwei Jahren unsere Unterkunft gewählt hatten. Die war für eine Hochzeitsgesellschaft mehrere Tage komplett geblockt, so dass wir nach gegenüber ausgewichen sind. 

Innerhalb der Mushara-Familie ist Mushara Outpost die neueste Unterkunft. Sie besteht aus Luxus-Zelten aus Segeltuch und Holz für maximal 20 Gäste. Das Hauptgebäude ist im Farmhaus-Stil gehalten mit hohen Räume und einer breiten Veranda an der schattigen Nordost-Seite, an der abends regelmäßig ein Lagerfeuer brennt. Heute wurde dann gleich das komplette ‚Restaurant‘ in den Garten verlegt. Hier im Norden ist es auch abends noch T-Shirt-warm.

Die Küche hat sich riesig Mühe gegeben und wird vom Grillmeister mit live gegrilltem Eland noch getoppt.





Die weitere 'Überführung' von der Mitte in den Osten des Etosha Parks  ging über 254 km mit einer Netto-Fahrzeit von 6:09 h: